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„Das erſte Jahr meiner Ehe mit Deinem Vater
war die ſtärkſte Prüfung, die vielleicht einem Kinde von fünfzehn Jahren auferlegt worden. In einem Augenblick ward ich überſchüttet mit Zärtlichkeiten, ich mußte mich ſcheuen, nur den leiſeſten Wunſch auszu⸗ ſprechen, um ihn nicht in der überſchwänglichſten und bizarrſten Weiſe erfüllt zu ſehen. Und zu andern Zei⸗ ten, wenn irgend eine neue Laune, und war ihr Ge⸗ genſtand noch ſo klein und unbedeutend, ſeinen Sinn gefangen hielt, war ich unbeachtet, ja oft mit Rauhheit von ihm geſtoßen, wenn ich zufällig ſein Brüten unterbrach. Er konnte an die Erfüllung eines kleinen Wunſches Alles ſetzen und hatte ſelten die Einſicht für das Nothwendige, noch ſeltener die Energie dazu, und wäre das Nothwendige noch ſo leicht geweſen. Er hatte vielleicht dann und wann eine Ahnung, als ob der Gehorſam und die treue Hingebung, die ich ihm widmete, nicht das letzte Wort ſeien, deſſen mein Herz fähig wäre. Dann brach ein Sturm der Leidenſchaft über mich herein, dem ich mich beugen, aber nicht folgen konnte. Ich fürchtete dieſe Ausbrüche einer wilden, zügelloſen Natur, über die kein milder ſanfter Geiſteshauch die Schwingen ſegnend und be⸗ fruchtend breitete. Mochte er lieben oder zürnen, ſtets
verlor Dein Vater ſich ſelbſt. Raſtloſe Unruhe, dumpfes


