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Er wachte über mir mit eiferſüchtiger Sorgfalt, daß nicht ein Hauch der neuen Zeit mich ſtreife; Alles, ſelbſt das Kleinſte, lernte ich nur durch ihn; noch weiß ich deutlich, wie er, der hagere Mann, in längſt ver⸗ ſchollener Tracht, und ich, das kleine Ding, auf hohen Stöckelſchuhen, die einſamſten⸗ Wege auſſuchten, zur Verwunderung der Wenig en, die uns begegneten.“
Nach kurzer urhe die Mutter fort:
„Ich wurde fanfzehn Jahre alt, war groß und kräftig über meine Jaßhre, und ich mußte oft mit eigenen Ohren hören, wenxt ich am Arm des Vaters über die Straße ging, docß ich nicht häßlich ſei. Von der Welt außer unſyſ da kannte ich ſo gut wie nichts. Aus den Bäͤchern, die mir der Vater gab, lernte ich höchſtens, Wwie jene Welt, die ich nicht kannte, einſt geweſen war — meines Vaters Neigungen erſtreckten ſich bis auf die Muſter, die ich ſtickte. Ich konnte mich nicht täu⸗ ſchen über das Lächeln der Leute, die uns begegneten, über die Bemerkungen unſerer wenigen Freunde, die der Papa endlich faſt alle aus dem Hauſe getrieben durch ſeinen Starrſinn; ich ſah wohl, daß das Leben vor unſern Fenſtern anders war als drinnen, und wenn ich auch die Augen abſichtlich ſchloß, als wäre es ein Verbrechen, es zu ſehen, ich fühlte doch den tiefen Riß zwiſchen uns und der Welt.
v. Schlägel, Die Ritter der Gegenwart. II. 2


