Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſie wünſchen, ſondern die ihr auch vergrämt den Rücken wenden, wenn ſie zur Erreichung dieſes Ziels nicht ge⸗ nau den Bahnen gefolgt war, die ſie ſelber ſich für ſie ausgedacht. Der bejahrte König ſtarb. Mein Vater nahm ſeinen Abſchied; denn er wollte dem jungen Kö⸗ nig nicht dienen, deſſen Kunſtſinn und hoher Geiſtes⸗ flug etwas ſo ganz Anderes waren, als mein Vater ſich unter den wünſchenswerthen Eigenſchaften eines Regenten vorgeſtellt.

Nun zog er ſich immer mehr in die Einſamkeit zurück. Er war noch reich; keine Noth zwang ihn, mit den Menſchen zu verkehren, die er nicht mehr verſtand. Solche Charaktere werden in der Einſam⸗ keit nicht milder.

Dein Großvater mochte aber dennoch eine Lücke in ſeinem Daſein ſpüren; denn ſchon ein hoher Fünf⸗ ziger, heirathete er noch ein armes, völlig verwai⸗ ſtes Mädchen, die Tochter eines ſeiner früheren Colle⸗ gen. Er that es wohl aus Mitleid und der Geſell⸗ ſchaft halber, denn meine Mutter war ein Kind, als ſie ſeine Gattin ward, faſt Kind noch, als ſie ſtarb, nachdem ſie mir das Leben gegeben. Ich war das einzige Glied, das den Vater von nun an mit der Welt verband; doch war ich auch ſeine kleine

Welt, die er nach Herzensluſt verbeſſerte und regierte.