Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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ändern kann, das ja auch in Deiner Bruſt ſchlägt.

Aber ebendeshalb auch darf nichts Dunkles mehr ſein zwiſchen Dir und mir, denn was könnteſt Du ant⸗ worten, wenn ſie Deine Mutter anklagten! Höre mich alſo; das, was Du hören ſollſt, wird Dir ohnehin ſchwer genug werden. Aber Du mußt die Sache kennen, für die auch Du von dieſer Stunde an kämpfen wirſt. Du mußt Alles wiſſen um Deiner eigenen Chre willen!

Ulrich blieb ſtumm.

Die Mutter zog ihn ſanft neben ſich, und ſeine Hände haltend begann ſie:

Dein Großvater, der mit mir in dieſem Hauſe wohnte, galt bei allen, die ihn kannten, für einen Sonderling, und man hätte ihn ſeiner Gewohnheiten und Anſchauungen halber wohl allſeitig gemieden, wäre nicht, wie ſich bei jeder Gelegenheit zeigte, ſein Charak⸗ ter unantaſtbar, ſein tiefes Gemüth außer allem Zwei⸗ fel geweſen. Er war kurfürſtlicher Beamter und, wie man ſagt, bei dem Urgroßvater des jetzigen Königs ſehr beliebt. Seiner ſtrengen Rechtlichkeit und wir⸗ klicher Verdienſte wegen war er in den Adelsſtand erhoben worden. Der letzte Kurfürſt unſeres Landes, der meines Vaters einſiedleriſche Gewohnheiten kannte, hatte ihm auch dieſen Platz, der damals weit außer⸗