Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Ulrich warf ſich ſeiner Mutter zu Füßen und küßte ihre ſchlanken Hände.

Mutter, Mutter! Ich will nichts hören als Ihre Verzeihung! Schon dieſer bin ich nicht werth! Aber es würde mich erdrücken, wenn Sie es für nö⸗ thig hielten, ſich vor mir zu rechtfertigen!

Seine Mutter fuhr mit ihrer zarten durchſich⸗ tigen Hand über ſeine kurzgeſchnittenen blonden Locken.

Höre mich, Ulrich! ſagte ſie mit ruhiger, melo⸗ diſcher Stimme, die tröſtend bis in die geheimniß⸗ vollen Tiefen eines Mannesherzens drang, das die geprieſenſten Freuden der Welt nicht auszufüllen ver⸗ mocht hatten.Von dem Augenblick an, da Du dieſe Schwelle überſchritten und Dich wieder vor der Welt als meinen Sohn bekannt haſt, handelt es ſich nicht mehr blos um mich und Dich, ſondern auch um alle jene, welche aus keinem andern Grunde als aus Luſt am Schmähen und der Freude an fremdem Un⸗ glück aufs neue ihre häßlichen Anklagen gegen mich erheben werden. Ich weiß, ich weiß! Du würdeſt das jetzt nimmermehr dulden, ſagte die Freifrau raſch und beſchwichtigend, als Ulrich mit blitzenden Augen aufſpringen wollte;ich kann das nicht ändern, wenn ich es auch möchte, ſo wenig ich mein eigen Herz