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nigſtens ſollteſt glücklich bleiben. Ich ertrug Deine Entfremdung, Dein Vorurtheil gegen mich, das— ich habe es ſtets gefühlt— mit einem offenen Wort zu zerſtreuen war. Ich ſprach das Wort nicht— um Deinetwillen! Es waren genng der halben und ge⸗ brochenen Exiſtenzen— Du wenigſtens ſollteſt geehrt und glücklich ſein, Ulrich! Heute aber kommſt Du ſelbſt, ohne daß ich Dich rief, zu, Deiner Mutter, die Du für unwürdig hältſt, und jetzt bin ich es Deinem Herzen ſchuldig, Dir zu ſagen, daß ich vor meinem Kinde die Blicke nicht niederzuſchlagen brauche. Du ſollſt jetzt Alles wiſſen— möge daraus werden, was werden muß!“
Die Baronin ſchwieg tief erregt.
Ulrich ſaß neben ihr und wagte kaum in das edle Angeſicht zu ſchauen, das er ſo lange vermieden hatte. Jedes Wort der Freifrau drang ihm ins Herz wie der ſchneidendſte Vorwurf. Er ſchien ſich ein Verbrecher an dem allererſten und natürlichſten Ge⸗ fühl gegen die Frau, die ihm das Leben gegeben. Die er aufs tiefſte gekränkt, ſaß vor ihm mit liebe⸗ glänzenden Augen, das Antlitz in höchſter Wonne ſtrahlend und ſeine beiden Hände haltend, als ſei er
ihr ſein Leben lang der treueſte und aufopferndſte
Sohn geweſen.


