Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Kommen, das iſt das Bewußtſein, daß Du mich für ſchuldig hältſt und dennoch gekommen biſt.

Mutter! bat Ulrich flehend.

Seine Mutter ſchüttelte mit einem unbeſchreib⸗ lichen Lächeln von Glück das noch immer liebreizende Haupt.

Ich weiß, Ulrich, daß Du edelmüthig genug biſt, keine Rechenſchaft mehr zu fordern, nachdem Du einmal vergeben haſt; aber eben darum darf ich Dir auch die Ueberzeugung nicht vorenthalten, die Dich glücklich machen muß: daß Du mir nichts zu verzei⸗ hen haſt! Ich hätte früher mich Dir nähern können, Ulrich eine Mutter kennt keinen Stolz, wenn es ſich um Verſöhnung mit ihrem Kinde handelt; aber ich ſah, daß Du auf dem Wege zu Anſehen und Ehre warſt ohne mich; ich hörte, daß Du gut und edel ge⸗ blieben ohne mich; da wollte ich nicht Verwirrung in Dein ſonniges Leben tragen, denn ich fühlte, daß Du ſuchen würdeſt, mir zu helfen, wenn Du mich nicht mehr für ſchuldig hielteſt, daß Du im Stande ſein würdeſt, alle Rückſichten hintanzuſetzen, um die Ehre Deiner Mutter zu retten. Ich fürchtete, daß Deine Anſtrengungen vergeblich ſein möchten wie die unſeri⸗ gen und auf Dein junges Leben vielleicht ſchwer zu⸗ rückfallen könnten. Das durfte nicht ſein; Du we⸗