Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

248

Ja, ſagte die Magnatin feſt.

Dann haſt Du wohl die Güte, meiner Nichte in dieſem die Abſchrift ihrer Rolle zu geben. Sie hat ja bereits Routine und ein prächtiges Gedächtniß...

Die Baronin blieb ernſt bei dem gezwungen ſcherz⸗ haften Ton ihres Bruders.

Ich werde bis zum letzten Athemzug der Sache treu bleiben, der ich meine Jugend, Lebensluſt und Kraft geopfert habe. Aber auch von Dir fordere ich, daß Du Deinem Vaterlande und Namen je den andern Wunſch des Herzens opferſt...

Doch nicht Jolanthe? fragte Ketlan ſpöttiſch.

Ich habe noch immer nicht die Hoffnung auf⸗ gegeben, daß Du ſie eines Tages begreifen und lieben werdeſt. Und dann wird es ein bitteres, demüthigendes Gefühl für Dich ſein, ſie ſo oft znuthwilig verletzt zu haben.

Es war faſt dunkel geworden im Zimmer und die ſchwarze Kleidung der Baronin unterſchied ſich nicht mehr von der Polſterung der Cauſeuſe. Nur ihr Ge⸗ ſicht ſchimmerte bleich hervor, als liege ſie im Sarge.

Janos ſtand mit gekreuzten Armen vor ihr.

Alles, was ich betreffs Jolanthens je begreifen werde, habe ich bereits begriffen. So zum Beiſpiel verſtehe ich ihre ſchmeichelhafte Schwäche für meine Perſon.