Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Es klang daher die bitterſte Ironie aus ihren Worten, als ſie ſagte:

Es iſt ja ein außerordentliches Ereigniß, Dich hier zu empfangen!

Was ich Dir mitzutheilen habe, iſt kein Geheim⸗ niß. Ich wollte Dich nicht bemühen, ſagte Janos und ſchien die geſenkten Wimpern Gertrud's mit den Blicken durchdringen zu wollen.

Sehr rückſichtsvoll, lächelte Giſela bitter,ich werde davon Gebrauch machen. Meine Tochter, Jolanthe wird ſo freundlich ſein, mit Dir auf Deiner Stube das franzöſiſche Buch zu Ende zu leſen, das wir neulich begonnen haben. Fräulein von Nortwald zieht es wohl vor, auf ihrem Zimmer ihren eigenen Gedanken nach⸗ zuhängen.

Mit der Miene einer Tiefgekränkten und nachdem ſie einen Blick des Einverſtändniſſes mit Giſela gewech⸗ ſelt, ſchob Jolanthe ihren Arm unter den Ilka's und ging mit ihr aus dem Gemach. Gertrud machte eine förmliche Verbeugung und folgte ihnen, ohne den Grafen mit einem Blick angeſehen zu haben.

Keins der Geſchwiſter ſchien das Geſpräch beginnen zu wollen. Endlich ſchüttelte Ketlan gewaltſam den Bann ab, der auf ihm laſtete, und begann in einem leichten, faſt ſcherzhaften Ton:

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