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Hat der Herr auch ein Ringlein, um's daran zu hän⸗ gen, Gold iſt blank und hält die Herzen feſt— oder will Euer Gnaden ein Amulet, das die flüchtigſte Dirne ſanft und treu macht wie ein Hündlein? Wollt Ihr? Koſtet wenig und dann habt Ihr ſie ſicher, Herr Offi⸗ zier! Der alten Luiſ' nützt es ja doch nichts mehr mit ihren achtzig Jahren und ihrem einzigen Zahn im Mund. Ja, vor fünfundſechzig Jahren— hui! da waren die hübſchen Herren binter ihr her, daß die Sporen klirrten.“
Mit ſchwermüthiger Träumerei beſah Serravaglia den meſſingenen Jahrmarktstand, den die zitternden Hände der Alten ihm gereicht.
„Nein“, ſagte er mit einem ſchmerzlichen Lächeln. „Noch will ich es nicht glauben, daß jeder Firlefanz wirkſamer ſei als wahre Treue und Aufopferung.“
„Firlefanz!“ keifte die Alte und ihr Geſicht ward bitterbös ob dieſer Geſchäftsbeeinträchtigung vor den mit offenem Mund zuhörenden Bauern.„Den Zauber hat mein Stamm vor vielen hundert Jahren mit aus Egypten gebracht und nur die alte Luiſ' kennt ihn noch. Und die Luiſ' ſagt ihn Keinem, auch nicht⸗ wenn ſie ſtirbt. Was wollt Ihr damit?“ unterbrach ſie ihre Lügen, die ſie ſeit Jahren ſelber glaubte; denn Serravaglia hatte ein Ordenskreuz aus der Taſche ge⸗


