Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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fragen, offen und mit ernſten, klaren Worten? Ser⸗ ravaglia war nicht feig; er hatte ſich mehrfach um Dinge geſchlagen, die ihn nicht das Geringſte angingen, und in den letzten Kriegen, welche Oeſterreich geführt, ſich ſogar ausgezeichnet; aber Ilka anders als durch Blicke und Seufzer zu fragen, ob ſie geſtatte, daß er ihr ſein Ordenskreuz zu Füßen lege bei dieſem Ge⸗ danken war er ſchüchterner wie ein Knabe. Daß es mehr als eine Thorheit ſein würde für einen mittel⸗ loſen Offizier, um die Tochter eines Grundherrn, wie Herr von Lorin, zu werben, der an den Kaiſer fünfzig⸗ tauſend Gulden Steuern zahlte und neunzig Luxus⸗ pferde im Geſtüt beſaß, daran hatte ſeine junge Liebe nie gedacht.

Da kam die Reiſe der Baronin und Ilka's nach⸗ Deutſchland, und Serravaglia entwarf die kühnſten Pläne für ihre Zurückkunft. Und endlich kamen ſie⸗ Ilka erſchien ihm ſchöner und liebreizender, die Baronin gütiger als je, Serravaglia fühlte in der eigenen Bruſt einen nie geahnten Muth die chwingen regen, und das liebliche Erröthen Ilka's erſchien ihm wie die Verheißung. Da war es ſein eigenes Wort, das plötz⸗ lich alle Dämonen des Nationalhaſſes entfeſſelte, und

eine Kluft that ſich auf zwiſchen ihm und der Gelieb⸗ ten, über welche der Verzicht auf das Ordensmeiſter⸗