das letzte Goldſtück für einen bedrängten Freund zu opfern. Sein Geſchmack war unbezweifelt, und in Fragen der Toilette war er ein um ſo geſuchterer Rath⸗ geber, als man ſeine Indiscretion oder Kritik nie zu fürchten hatte. Er verſtand leidlich zu ſingen und ſpielte dazu ein höchſt ſeltſam geformtes Inſtrument, das zwiſchen Guitarre, Mandoline und Zither die wenig melodiſche Mitte hielt. Er war ein Mittelding zwi⸗ ſchen Troubadour und Harlekin. Obwohl er grund⸗ ſentimental war, verſtand er die luſtigſten Anekdoten zu erzählen, ohne dabei eine Miene zu verziehen. Nie⸗ mand im Hauſe Lorin ſchien ſeine Neigung für Ilka zu bemerken. Serravaglia war Malteſer und ſollte in kurzer Zeit die letzten bindenden Gelübde dieſes Ordens ablegen. So wollte es ein reicher und mäch⸗ tiger Onkel, der, ſelber Großcomthur, nur unter jener Bedingung den armen Neffen zum Erben einſetzte und unterſtützte. Kurz vor dem Schwur der Eheloſigkeit war der Lieutenant nach Lorin verſetzt worden und hatte Ilka kennen gelernt. Schon zehnmal war der Brief an den Onkel geſchrieben, worin Serravaglia dem Orden und dem Erbe entſagte; aber der ſchreck⸗ liche Zweifel, ob die kaum der Kindheit entwachſene Ilka ſeine Neigung erwidere, überlieferte das heroiſche Schriftſtück ſtets wieder den Flammen. Und ſie darum
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