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Da rief Gertrud, indem ſie die Hand nach dem Gatten ausſtreckte:
„O, ſieh doch! Kurt, der waghalſige Junge, ſitzt auf einem ganz dünnen Zweig in der Spitze des Apfel⸗ baums!“
Werdenau erröthete, daß er einen Augenblick hatte vermuthen können, das Dämoniſche übe ſeine Macht ſelbſt über das reine, harmoniſche Gemüth ſeines Wei⸗ bes.
Die Situation ſeines Erſtgeborenen nahm ihn aber ſogleich völlig in Anſpruch. Kurt hatte, des Kampfes um das Eiſenpferd müde, ein paar beſonders ſchöne goldgelbe Aepfel zuoberſt im Baum ausfindig gemacht und ſo lange mit wohlgefälligen Blicken betrachtet, bis er ihren Lockungen nicht mehr widerſtehen konnte. Papa und Mama ſchienen in den Brief völlig vertieft, und ohne Rückſicht auf ſeine lackirten Stiefelchen und weißen Strümpfe war der Kleine wie eine Katze bis in die höchſten Zweige geſtiegen, bis das bedenkliche Schwanken derſelben ihn auf die Unſicherheit ſeiner Lage aufmerk⸗ ſam machte. Da ſaß er nun und blickte bald auf die unerreichbaren Früchte, bald in die beträchtliche Tiefe unter ihm und ſuchte ſeine Furcht dadurch zu ver⸗ bergen, daß er ſeinen ſtaunenden Brüdern Geſichter machte.


