Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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wandte er ſich dann um und rief den ihm nachdrängen⸗ den Ulanen zu:

„Rittmeiſter nix todt; Rittmeiſter ſehr lebendig.“

Der Jubel, der dieſen Worten folgte und der einen Augenblick die Stimmen im Zimmer unhörbar machte, bewies, wie beliebt Werdenau bei ſeinen Leuten war.

Glühend vor Scham, ein ſchüchternes Mädchen, das ſein heiligſtes Geheimniß vor aller Welt offenkundig glaubt, ſtand Gertrud da; endlich flüſterte ſie ſtockend:

„Lieutenant Tolsky hatte mir geſagt, Sie ſeien er⸗ mordet... 3

„Es war die vernünftigſte Thorheit ſeines Lebens!“ lächelte Werdenau trübe. Dann verabſchiedete er ſich, um dem immer ſtürmiſcheren Verlangen der draußen Verſammelten nachzugeben und ſie durch den Augen⸗ ſchein zu überzeugen, daß er unverletzt ſei.

Durch den Rittmeiſter beruhigt, zerſtreuten ſich end⸗ lich auch die letzten Gruppen ſeiner Befreier, und lang⸗ ſam, wie lebensmüde, ging er nach ſeiner Wohnung. Und er ſtand doch ſo hoch über dieſer zerrütteten Ge⸗ ſellſchaft, welcher er eben die Macht zu ſchaden aus den Händen gewunden hatte und für die er ſich trotz⸗ dem einer gewiſſen Sympathie nicht erwehren konnte Er ſtand hoch über ihren von Haß durchglühten und vom Ehrgeiz betrogenen Seelen durch ſeine Liebe, durch

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