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nitſcharen vor den Thoren? Komm, laß Dich küſſen, ſüße Braut!“—
Und ſeinen Dolch verbergend, ſchlich er immer näher. Wild ſchlang Giſela ihre Arme um die Tochter. Aber bereits hatte Graf Ketlan den einen, Werdenau den andern Arm des Tobſüchtigen erfaßt.
Kraftlos wand ſich der Greis unter den ehernen Griffen, und plötzlich einem andern Gedankengang fol⸗ gend, rief er mit theatraliſchem Pathos:
„Auf die Kniee, Vaſallen, vor dem König von Ungarn! Auf die Kniee, Verwegene, wenn Euch der Henker nicht den Kopf vor die Füße legen ſoll!“
Dann ſchüttelte plötzlich wieder kaltes Entſetzen den Wahnſinnigen, und wie in Todesangſt flüſterte er:
„Wir ſind entdeckt! Meine Millionen können uns nicht retten! Man ſchleppt uns in den Kerker— aufs Blutgerüſt!“ Und Ketlan ins Antlitz ſtarrend, kreiſchte er laut:„Du biſt der Verführer! Du allein biſt der Schuldige! Du mußt ſterben! Du verſprachſt mir eine Krone für den Hochverrath!“ Und wieder machte Kißnagy vergebliche Anſtrengungen, ſich zu be⸗ freien.
Da näherte Graf Ketlan ſeinen Mund dem Ohre des Wahnſinnigen, und auf deſſen Vorſtellungen ein⸗ gehend, flüſterte er:


