Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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einer weiblichen Stimme, und gleich darauf vernahm man, wie dieſe Stimme, näher kommend, in höchſter

Todesangſt rief: „Mutter, Mutter, er ermordet mich!“

„Das iſt mein Kind! Man ermordet mein Kind!“ ſchrie die Magnatin und machte ohmächtige Anſtrengun⸗ gen, ihre gelähmten Glieder zu bewegen. Da ſtürzte mit allen Zeichen des Entſetzens Ilka ins Zimmer und vor der Baronin nieder, dieſelbe mit den Armen umklammernd.

„Schütze mich, Mutter, er will mich umbringen!“

Alle Blicke hatten ſich, Entſetzliches erwartend, nach der Thür gerichtet. Da theilten ſich die Portièren abermals und ſchleichend, in gebeugter Haltung, trat Herr von Kißnagy herein.

Er war in das Coſtüm des Juranitſch gekleidet; ein wollüſtiges Lächeln verzog ſeinen zahnloſen Mund; ſein Geſicht war ohne Schminke und verzerrt, und in ſeinen Augen glühte es wie wahnſinnige Mordluſt. Ein blanker Dolch, den er tückiſch und ungeſchickt zugleich zu verbergen ſuchte, blitzte in ſeinen durch ihn verwun⸗ deten Fingern, und ſich mit den blutunterlaufenen Augen im Kreiſe umblickend, flüſterte er:

„Helene, ſüße Braut, hörſt Du nicht die Ja⸗