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melden müſſen. Ihre Proclamation gelangte in meine Hände, als ich nichts mehr war als einfacher Privat⸗ mann. Keine Offiziersehre mehr verlangt von mir, daß ich Sie verrathe; aber das Unheil zu hindern, das Sie heraufbeſchwören wollen, iſt unter ſolchen Um⸗ ſtänden die Pflicht eines jeden ehrlichen Mannes und daher auch die meine!“
Die Baronin war ſichtlich bewegt und ihre Blicke ruhten ſogar mit Bewunderung auf dem Manne, der ihr Schickſal und das ihres Bruders in der Hand hielt und eben ſo ruhig und feſt ſeinen Willen aus⸗ geſprochen hatte..
Auch Graf Ketlan hatte ſeine ſchroff abweiſende Haltung aufgegeben und ging erregt im Zimmer hin und her. Endlich blieb er vor Werdenau ſtehen und ſagte ernſt, während ein unerſchütterlicher Entſchluß auf ſeiner Stirn ſtand: 3
„Was auch aus uns werden möge, die freiwil⸗ lige Ohnmacht, dieſe Kerkerhaft des Geiſtes und der That, die Sie uns aufzwingen wollen, iſt unmöglich für mich, für uns alle! Thun Sie, was Ihre Mannes⸗ pflicht erheiſcht; uns aber laſſen Sie unſern Kampf und unſere Hoffnung, die allein für uns Werth haben. Sie ſagen, es ſei ein hoffnungsloſer Kampf, in Blut und Schande erſtickt, ehe er begonnen— wohlan!


