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ihr die Freiheit geben werde, hinauszuziehen— wo⸗ hin? Die Zweige der Trauerweide ſchwankten im Abendwinde und ein kühles Fröſteln zog durch Gertrud's Seele. Wohin?— Von der Baronin, von Ilka vernahm ſie nichts. Sandor's lautes Gelächter und das Bellen ſeiner Hunde war verſtummt. Die Baro⸗ nin hatte alſo ihre Drohung wahr gemacht. Graf Ketlan kam nicht mehr nach Lorin, wohl aber ſah Gertrud den Einſiedler von Sard mit ſeinem prächtigen Viergeſpann mehrmals in das Portal fahren. Herr von Kißnagy blieb gewöhnlich einige Stunden und fuhr dann wieder fort. Einmal ſah Gertrud die Tochter des Hauſes und Jolanthe den niedrigen, von vier Po⸗ nies gezogenen Wagen Sandor's beſteigen und hörte, wie Ilka dem Kutſcher zurief:
„Du mußt fahren, ſo raſch Du kannſt, denn wir müſſen um zwölf Uhr bei der Theaterprobe ſein.“
Bei der Theaterprobe! Dieſe Worte der einſtigen Freundin ſchnitten Gertrud durch's Herz. Sie war alſo von aller Welt verlaſſen und vergeſſen.
Die Offiziere kamen nicht mehr in das Schloß; wohl deshalb, weil die Baronin leidend ſei, wie Ger⸗ trud von der Magd erfuhr, welche ſie bediente und nach und nach die ihr eingeſchärfte Zurückhaltung vor dem milden, traurigen Antlitz Gertrud's verlor.


