Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

für Frau von Valaſy unfaßbar, daß ein heimatloſes, armes Geſchöpf, gleich Gertrud, Hand und Herz des von ihr vergötterten Mannes ausſchlagen könne, wenn dieſelben auch unter der Bedingung, vorläufig ſeine Geliebte zu werden, angeboten waren. Ja, das war's, ſie wollte ihrer Sache ſicher und auf dem Fleck geheirathet ſein.

Das höhniſche, rachſüchtige Lachen, das ihr dieſe Ueberzeugung erpreßte, lag noch auf ihren Zügen, als ſie bei Giſela eintrat.

Die Unterhaltung zwiſchen den beiden Frauen dauerte nur wenige Minuten.

Dann wurde Jolanthe abgeſchickt, um Gertrud zu der Baronin zu bitten, da die Angelegenheit geheim bleiben ſollte.

Jolanthe fand die Thür verſchloſſen, und erſt nach einigem Parlamentiren ließ ſich Gertrud herbei, zu öffnen. Das war für Jolanthe nur ein neuer gravirender Beweis der berechnetſten Koketterie, um Janos bei einer Wiederkehr vollends zur Raſerei zu bringen.

Mit dem Zlick der glühendſten Eiferſucht durch⸗ forſchte Jolanthe die Züge ihrer Feindin nach einem Ausdruck heimlichen Triumphs; ſie fand darin nur