Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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Sie traf die Baronin wohl vorbereitet für die Mittheilungen, welche ſie ihr zu machen beſchloſſen hatte.

Mit einer an Abſcheu grenzenden Heftigkeit hatte Gertrud die Liebe des Mannes zurückgewieſen, dem zu gefallen der brennendſte Wunſch war, von dem Jolan⸗ thens Seele faſt allein beherrſcht wurde. Wahrſchein⸗ lich wäre die an Manie ſtreifende Zuneigung der Frau von Valaſy, ſobald ſie Gräfin geworden, geſchwunden; nichtsdeſtoweniger verfolgte ſie dieſes Ziel mit der zäheſten Beharrlichkeit, und dieſe Leidenſchaft war das Einzige, was ſie Jahre der Unbefriedigtheit und Selbſt⸗ verachtung an der Seite einer verbitterten Kranken ohne Klage hatte ertragen laſſen, während ihrem Range und ihrem Reichthum nach die erſte Geſellſchaft der ungariſchen Hauptſtadt ihr offen ſtand.

Und dennoch empfand Jolanthe keine Freude, als ſie hörte, wie Gertrud, welche ſie ſo lange als ihre Nebenbuhlerin betrachtet hatte, den Mann zurückwies, vor dem ſie ſelber ſich ſchon bis zum Staub er⸗ niedrigt hatte.

Sie glaubte nicht an Gertrud's Ernſt; ſie hielt deren Sprache für eine Miſchung von deutſcher Prü⸗ derie und Schlauheit, um ſich bei einem zweiten Sturm um ſo williger beſiegen zu laſſen. Es war