Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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5 ſind. Denn Du liebſt mich; Du mußt mich lieben, ich fühle es am Zucken Deiner Hand, ich ſah es am Erbleichen Deines Angeſichts, als ich heute vor Dich hintrat Gertrud...

Erſtarrt ſtand Gertrud vor dem Grafen, der, wahnwitzige Leidenſchaft in den bleichen Zügen, ſo zu ihr zu ſprechen wagte. Sie wollte reden, aber die Zunge verſagte ihr den Dienſt. Nur unwillkürlich trat ſie einen Schritt zurück und ſtreckte in bangem Schauder die beiden Hände aus.

Mißtraue mir nicht, flüſterte Janos wieder, wenn ich Dich nicht in dieſem Augenblick zu meiner Gattin mache, aber das große Werk, dem ich bisher mein ganzes Leben weihte...

Gertrud erhob eine ihrer Hände, ſo voll Hoheit, ſo gebieteriſch, daß dem Grafen das Wort im Munde ſtockte; ihre grauen Augen waren weit geöffnet; klar und feſt und ohne Beben in der Stimme ſprach ſie:

Halten Sie ein, Herr Graf! Ich habe nicht das Recht, die Gründe Ihrer Handlungsweiſe zu hören; denn ich liebe Sie nicht und werde weder jetzt noch ſpäter Ihre Gattin.

Du lügſt! Des Grafen Hände hatten ſich ge⸗ ballt und ſeine Zähne knirſchten.

Ich lüge nicht, ſagte Gertrud ſanft.Ich dachte