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Novellen / von Dr. Siegmund Schlesinger
Entstehung
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Wangen wie gewoͤhnlich, und ſagte, wie von ohngefaͤhr: weißt Du wohl, Bianca, daß die reiche Clara, die Tochter des alten Spoleto auch ſchon einen Gemal ge⸗ funden, und zwar einen recht huͤbſchen, jungen, den Grafen Caſtel Franco, derſelbe, welcher Dir vormals den Hof machte? Nun, ich dachte wohl, der wuͤrde ſich von Einem Mißlingen nicht abſchrecken laſſen, und ſein Gluͤck anderswo verſuchen; und iſt Signora Clara auch nicht ganz ſo reich wie Du, ſo hat ſie doch immer ein reſpektables Vermoͤgen. Bei je⸗ dem Worte, das er ſo ſprach, wurde Bianca blaͤſſer und blaͤſſer. Der Graf, ohne es bemerken zu wollen, fuhr fort:Deine Neigung fuͤr dieſen Unwuͤrdigen, mein Kind, iſt ein Gegenſtand des Stadtgeſpraͤchs geworden, und ganz Padua ruͤmpft die Naſe uͤber Dich. Daß er ein Unwuͤrdiger geweſen, hat er wohl dadurch bewieſen, daß er ſo ſchnell die verlaſſen konnte, welche er mit der gluͤhendſten Inbrunſt zu lieben vorgab. Auf, meine Tochter, waffne Dich mit Ehrgefuͤhl und Rache, wenn die Liebe zu Deinem Vater Dich allein nicht vermoͤgen kann, Deine verwerfliche Neigung auf⸗ zuopfern, ſo fordert es Deine verletzte Weiblichkeit; faſſe einen Entſchluß, daß man nicht ſage: der elende Caſtel Franco habe eine Vanezzi verſchmaͤht. Gift und Tod! ich werde wahnſinnig, wenn ich nur an die Moglichkeit denke.Komm' mein Kind, fuhr er