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verſtoͤrt und ungewiß, ob das in dieſer Nacht Erlebte wahr, oder nur ein furchtbar ſchoͤner Traum geweſen. Sie war von ihren Frauen in ein anderes Gemach gefuͤhrt worden, und dieſe Umgebung ſelbſt trug dazu bei ſie noch mehr zu verwirren. Doch ſchon nach ei⸗ nigen Minuten, als ſie wieder in ihr Gemach trat, ward es ihr klar wie ſehr Alles entſetzliche Wirklichkeit geweſen ſei, und ſie erinnerte ſich in grauſamer Selbſt⸗ quaͤlerei an jedes der verletzenden Worte, welche der Geliebte wie in tiefer Verzweiflung ausgeſtoſſen zu ha⸗ ben ſchien. Noch toͤnte es in ihren Ohren.„Es war mein Todesurtheil!“ und das mit erſtickter Stimme hervorgezwungene Geſtaͤndniß:„in meiner Verzweiflung ward ich der Braͤutigam einer Andern!“ Ihre irren Blicke fielen auf den zerriſſenen und in Stuͤcken am Boden liegenden Brief, ſie hoh jene auf, und preßte ſie an ihre Lippen; dann ſank ſie in ubennaliſe Er⸗ ſchoͤpfung auf das Sofa zuruͤck.
Ihr Vater trat herein, ſcheinbar um ihren Geſund⸗ heitszuſtand beſorgt. Er hatte wohl erfahren, wie es Caſtel Franco ergangen, und war mit dieſer Suͤhnung ſeiner verletzten Hausehre wohl zufrieden, doch hielt er es fuͤr nicht gemeſſen, Bianca in ihrer jetzigen Aufge⸗ regtheit das Schickſal ihres Giovani auch nur ahnen zu laſſen, ſondern that, als ob niemals etwas vorge⸗ fallen ſei. Er nahm ihre Hand, ſtreichelte ihr die


