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Novellen / von Dr. Siegmund Schlesinger
Entstehung
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Antrag, welchen Donna Clara, ſo kuͤhl er auch lau⸗ tete, mit Freuden aufnahm. Sie hatte nichts dagegen, daß die Verlobung ſo ſchnell vor ſich gehen ſollte, da Giovani ſich aͤußerte, daß er ſich darnach ſehne, Pa⸗ dua zu verlaſſen, ein Vorhaben, das Donna Clara nur erwuͤnſcht ſein konnte. Nachdem alle dieſe Punkte in Ordnung gebracht waren, entfernte ſich Giovani⸗ der den unheilvollen Plan gefaßt hatte, Bianca um jeden Preis noch einmal zu ſehen, und ihr ihre Treu⸗ loſigkeit vorzuhalten.

Endlich war es Abend geworden. Giovani beglei⸗ tete ſeinen Vater nach dem Pallaſte Spoleto's, wo in Gegenwart eines Prieſters, eines Notars und einiger Zeugen die feierliche Verlobung ſtatt fand, der die Ver⸗ maͤlung ſelbſt folgen ſollte, ſobald ſie auf den Beſiz⸗ zungen des Grafen Spoleto angekommen ſein wuͤrden. Giovani kehrte mit ſeinem Vater fruͤhzeitig zuruͤck, um Donna Clara ihre Anſtalten treffen zu laſſen. Ddie Verlobung war auf den Wunſch Giovani's ſo geheim gehalten worden, daß ſelbſt Bettola davon nicht in Kenntniß geſetzt worden war. Die Nacht war dunkel, der Mond drang nur ſpaͤrlich durch das duͤſtere Gewoͤlk, das der Wind am Himmel hinjagte. Aber das Wetter war nicht truͤber als Giovani's Sinne, waͤhrend er, in ſeinen Mantel gehuͤllt, langſam auf

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