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Novellen / von Dr. Siegmund Schlesinger
Entstehung
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fragte endlich:Iſt es auch moͤglich? Waͤre es wirk⸗ lich ſo, Vater?

Ich weiß nicht, was Du meinſt. Man ſagte mir nur, daß ein Diener Vanezzi'sHier, unterbrach ihn Giovani,nimm, lies die Luͤge. Es iſt falſch, es kann nicht ſein, man hat ihr Gewalt gethan.

Der alte Mann las, und gab das Papier ruhig zuruͤck.Und doch, ſagte er,ſehe ich nicht ab, wie man daran zweifeln kann. Vanezzi ſelbſt ſagte mir, ſie ſei verlobt, und werde bald ſich vermaͤlen; und hier giebt ſie Dir Dein Wort zuruͤck.

Verraͤtherei! ſtoͤhnte Giovani,Und kann Dich das befremden, mein Sohn, daß Vanezzi's Toch⸗ ter den reichen Alberti unſerm armen Hauſe vor⸗ ziehe? Frauen ſehen auf Glanz, und ſelbſt die junge Bianca.

Nichts weiter! Kein Wort, kein Wort gegen Bianca. Aber es iſt vorbei, rief er nach einer Pauſe,und ſo vernichte ich ihr Bild! So reiß ich es aus meinem Herzen. Und er zerriß den Brief und warf die Stuͤcke von ſich, und ſtarrte ihnen dann nach, als ob er ſein Leben mit ihnen zugleich von ſich geſtoſſen haͤtte. 1

Der Graf ergriff ſeine Hand.Mein Sohn, ſagte er, dieſe Leidenſchaft reibt Dich auf. Glaube