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Novellen / von Dr. Siegmund Schlesinger
Entstehung
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Giovani fuͤhlte, daß ihm das Blut kochend in das Geſicht ſtieg, aber er unterdruͤckte ſeinen Zorn uͤber dieſe Behandlung, und beſchloß wo moͤglich eine Er⸗ klaͤrung mit Bianca ſelbſt zu haben.

Umſonſt jedoch ging er nach der Kirche, ſie erſchien nicht mehr daſelbſt, und Giovani fing an ſich einzu⸗ bilden, ſie vermeide ihn abſichtlich. Und doch wenn er wieder an das Erroͤthen der Liebe dachte, mit welchem ſie ſein Geſtaͤndniß aufgenommen hatte, ſo mußte er glauben, daß nur eine fremde Gewalt ihre Zuſammen⸗ kunft geſtoͤrt habe.

Aleſſandro Bettola war im Spiele. Er hatte ſich feſt vorgeſetzt, den goldenen Traum Giovani's zu zer⸗ ſtoͤren. Sein erſter Schritt war, daß er ſich mit Giu⸗ lio Alberti in naͤhere Verbindung ſetzte, deſſen Cha⸗ rakter ganz dazu geeignet war, in jede gewaltſame Maßregel einzugehen. Er brachte das Geſpraͤch auf die Tochter Vanezzi's und entdeckte, daß ihre Schoͤn⸗ heit einen großen Eindruck auf Giulio gemacht habe. Er ſparte darauf keine Muͤhe, dieſe Neigung noch mehr zu entflammen, ihre Tugenden, ihren Adel, ihr großes Vermoͤgen in ein recht helles Licht zu ſetzen, und ſchuͤrte die Flamme ſo lange, bis er das Ge⸗ fuͤhl zu einer wahren Leidenſchaft geſteigert hatte. Bet⸗ tola hatte waͤhrend deß Caſtel Franco ſorgfaͤltig im Auge behalten, und ſo nur zu bald die Zuſammen