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Novellen / von Dr. Siegmund Schlesinger
Entstehung
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deuten mußte, endlich durch mehrere Gaͤnge in einen prachtvollen Salon gefuͤhrt, und die Frau vom Hauſe, eine ſehr liebenswuͤrdige, noch junge Dame, trat mir freundlich entgegen. Ich mußte mich ſetzen. Sie maß mich vom Kopfe bis zu den Fuͤßen, daß ich wieder mein Geſicht wie lichten Scharlach ergluͤhen fuͤhlte.

Sie ſind alſo der junge Mann, begann ſie end⸗ lich,den man mir als Secretaͤr empfohlen?

Ich ſah ſie halb erſtaunt an, und entgegnete ſchuͤch⸗ tern, daß mir geſagt worden, Ihr Herr Gemal be⸗ duͤrfe eines Secretaͤrs.

Das laͤuft auf Eines hinaus, rief ſie etwas pikirtSie muͤſſen nebſtbei auch meine kleinen Cor⸗ reſpondenzen beſorgen. Nicht wahr, Sie wollen es? Oder waͤre Ihnen dieß Geſchaͤft vielleicht zu kleinlich, abgeſchmackt, nun dann.... Sie hielt inne.

Ich benutzte dieſe Pauſe, und ſtammelte, wiewol etwas verworren, von dem Gluͤcke, in ihren Dienſten

ſtehen zu duͤrfen, von dem anziehenden Scheine, den

die ſo verwendeten Stunden uͤber das trockene Weſen meines eigentlichen Berufes verbreiten wuͤrden, ſo daß ich ſie als meine Erholungszeit zu betrachten haͤtte; kurz meine Antwort fiel ſehr galant aus.

Schoͤn, rief ſie,Sie gefallen mir. Dabei warf ſie abermals einen langen, aber freundlichen Blick auf mich, daß das Blut mir Beſcheidenen hoch