— 14—
te er weiter, und warum biſt du ſo traurig?“ Das Maͤdchen brach ſo⸗ gleich in Thraͤnen aus.„Ach, ſagte ſie, ich bin weit her. Eine jugendliche Unbeſonnenheit hat mich in das groͤßte Ungluͤck geſtuͤrzt. Ich war bey einer ſehr guten Herrſchaft im Dienſt; aus Leichtſinn ließ ich ihr einziges, liebens⸗ wuͤrdiges Kind nur einige Augenblicke allein. Da ward es von Raͤubern ent⸗ wendet. Vor Jammer und Traurig⸗ keit konnte ich es bey dieſer guten Frau nicht mehr aushalten, und ihre Leiden nicht mehr anſehen, und fluͤchtete mich
in's Gebirg. Hier lebe ich nun in die⸗
ſer Einſamkeit, und bethe taͤglich zu
Gott, Er wolle das Unheil, das ich an⸗
richtete, wieder gut machen, das Kind wieder an das Tageslicht bringen, und
den unbeſchreiblichen Jammer der Mut⸗ teer wieder in Freude verwandeln. Gott


