nur auf kurze Zeit. Sie kam dahin, um noch einmal ihre Bekannten zu beſuchen, aber leider auch, um— nachdem ſie ſie geſehen— zu erkranken.“
„Ah!“ rief ich plötzlich von einer unwillkürlichen Ahnung ergriffen, aus—„Dein Geſicht verräth mir Alles— Du willſt mir ſagen, daß— ſie geſtor⸗ ben iſt!“
„Ja, mein Freund, faſſe Dich— ſie iſt todt!“
„Todt! O! Und ſo ſchnell? Wie kam das?“
„Sie ſtarb ſehr ſchnell, ja. Am Morgen war ſie noch geſund und am Abend ſchon todt. Sie wohnte in der Stadt, und auf dem Schloſſe wußte man nichts von ihrer Krankheit. Als aber von Dir eines Tages die Rede war, ſagte mir meine Mutter, daß Deine Mutter in W.. ſei und daß ſie ſie geſprochen habe; es würde ihr vielleicht wohl thun, mich nach Dir fra⸗ gen zu können. Als ich das hörte, ging ich zu ihr, um ſie zu beſuchen. Es war kurz vor Mittag. Das war der Tag ihrer Krankheit und ihres Todes. Der Arzt ſagte, ſie litte an der Brechruhr. Als ſie mich ſah und erkannte, flog das letzte Lächeln auf Erden über ihr ſo ſanftes und leidendes Geſicht. Sie hatte nur Deinen Namen auf den Lippen. Sie fragte mit der liebevollſten Zärtlichkeit nach Deinem Befinden und endlich— trug ſie mir die letzten Grüße an Dich—


