Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

man ſich leicht vorſtellen; glücklicher Weiſe fand ſie in der Liebe ihrer Unterthanen einen heilſamen Troſt und ſo blieb ſie in dem Lande, das ohne ſie ganz verwaiſt und jeder weiſen Führung beraubt geweſen wäre. Indem man ſie vertrauensvoll mit der ober⸗ ſten Leitung der öffentlichen Angelegenheiten belud, hatten die Landſtände auf ihren Wunſch einen Re⸗ gentſchaftsrath ihr zur Seite geſtellt, der, aus den drei Miniſtern des Fürſtenthums beſtehend, mit ihr das Wohl der Landeskinder erwog, aber leider nicht immer ſo handelte, wie ſie von ihm zu erwarten die Berechtigung zu haben glaubte. Denn auch im Schooße dieſes hohen Rahes waren Mißhelligkeiten ausgebro⸗ chen, Sonderintereſſen machten ſich nach allen Seiten hin geltend und vergebens war das nachdrucks⸗ loſe Anſtämmen einer unerfahrenen Frau gegen die ſchlauen Ränke und die habſüchtigen Begierden einer nimmerſatten Camarilla, deren ganzes Beſtreben auf die Souverainetät eines Nepotismus hinauslief, wie er noch nie in einem wohlorganiſirten Staatsleben Platz gegriffen hatte.

Alle dieſe Nachrichten trafen allmälig und jedes⸗ mal das Herz des, ſeine Schweſter ſo zärtlich lieben⸗ den Bruders tief verwundend bei uns ein; die öffent⸗ lichen Blätter des Fürſtenthums, unter der Bevor⸗