glaubte er einzig und allein in dem traurigen Miß⸗ geſchick zu finden, welches ihr ſelbſt durch ihre Ver⸗ bindung mit dem Fürſten von B... zu Theil gewor⸗ den war. Alle Nachrichten nämlich, die er von ver⸗ ſchiedenen Seiten über die Angelegenheiten am dortigen Hofe erhielt, ſtimmten darin überein, daß die junge Fürſtin ſowohl in ihrer Ehe wie in allen dortigen Verbindungen über die Maaßen unglücklich ſei. Die Ehe mit dem ausſchweifenden Fürſten war kinderlos geblieben und gleich nach der Vermählung hatte das häusliche Elend in vollen Ströͤmen ſich über das unſchuldige Haupt der jungen Fürſtin auszugießen be⸗ gonnen. Der tyranniſche, grauſam willkürliche und jeder Sitte, jedem Anſtande hohnſprechende Sinn des
Fürſten hatte auch ſeine junge Gemahlin in den Be⸗
reich ſeiner unmenſchlichen Handlungen gezogen und ſie ſogar, als ſie ſich kühn dagegen auflehnte, mit öffentlicher Verachtung und beleidigender Härte beſtraft. Seine Brutalität gegen ſie und die ihr zunächſt Stehen⸗ den hatte keine Gränzen gekannt. Gleich vom erſten Tage an hatte er ſie auf die gröbſte Art vernach⸗ läſſigt. Favoritinnen von jederlei Herkommen, voll ſchaamloſer Geldgier und ſich überhebender Anmaßung hielten ihn nicht nur in ihren Netzen gefangen, ſondern kehrten ihre freche Stirn auch herausfordernd gegen 4*
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