geworden war, ging ſeinen gewohnten Lieblingsnei⸗ gungen nach; er unternahm ſeine täglichen Spazier⸗ gänge, las und ſchrieb, und wenn er mit Menſchen verkehren wollte, ſuchte er Einen von uns auf, um ihm ſein Anliegen mitzutheilen. Nur zu den Mahl⸗ zeiten Mittags und Abends fanden wir uns Alle ge⸗ wöhnlich zuſammen und Jeder trug dann zur allge⸗ meinen Erheiterung und Belehrung das vor, womit er ſich an dieſem Tage vorzugsweiſe beſchäftigt hatte.
Außer den genannten Perſonen aber kamen auch noch viele andre mit uns in Berührung, allein ſie traten uns nicht ſo nahe oder beherrſchten unſre Auf⸗ merkſamkeit in dem Grade, daß ſie ſtörend auf den äußeren oder inneren Frieden der beſtehenden Ver⸗ hältniſſe eingewirkt hätten. Es hatten ſich nämlich ſehr bald einige benachbarte Gutsbeſitzer mit ihren Damen eingefunden, die dem Fürſten in Adersbach ſtets willkommen waren und häufig ſeine Gaſtfreund⸗ ſchaft in Anſpruch nahmen, dieſelbe auch mitunter er⸗ widerten. Außer ihnen beſuchten uns auf meines Freundes Einladung von Zeit zu Zeit verſchiedene gelehrte Herren aus allen Städten und Gegenden Deutſchlands, auch Künſtler kehrten dann und wann
ein, und wo der Fürſt ihnen eine Unterſtützung an⸗
gedeihen laſſen konnte, gab er reichlich und
4


