Teil eines Werkes 
3. Theil (1861)
Entstehung
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geweſen, und ich hätte wohl den Kritiker ſehen mögen, der, wenn er ſie neben ihrem Gemahl erblickte, zu behaupten gewagt, daß ſie nicht in dem Stande auf⸗ gewachſen ſei, dem ſie jetzt angehörte. In allen ihren Bewegungen und Geberden, in Worten und Werken,

in Blick und Miene lag, wie der Duft auf einer

Blume, jenesvornehm genannte und mit Worten ſo ſchwer zu beſchreibende Etwas, welches eben ſo an⸗ ziehend wie gebieteriſch auf den feinfühlenden Men⸗ ſchen wirkt, wenn es natürlich und ohne Koketterie zu Tage tritt, und dann eine Zierde iſt, die der damit begabten Erſcheinung den Stempel der höchſten Gei⸗ ſtes⸗ und Herzensbildung aufdrückt.

Auch der alte Waldſtein war noch geſund und friſch und niemals hatte ich ihn ſo gut bei Laune ge⸗ ſehen, wie jetzt, da er das Trübſal ſeines Lebens weit hinter ſich liegen ſah. Er bewohnte in dem geräumi⸗ gen Schloſſe einen dem Parke zunächſt gelegenen

Flügel, um der freien Natur ſo nahe wie möglich zu

ſein, er hatte ſeinen Wald, worin er jagte, ſeine Droſchke mit raſchen Pferden, worin er fuhr, und

lebte ganz nach Belieben, nur dann den übrigen Mit⸗

gliedern des Hauſes ſich nähernd, wenn er ein liebe⸗ volles Bedürfniß nach ihnen empfand. Auch Herr von Transfeld, der frühzeitig gealtert und hinfällig