Teil eines Werkes 
3. Band (1876)
Entstehung
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ſtellen. Trotzdem ich mich nicht mehr darüber täuſchen konnte, daß Fiammetta meine Gefühle erwiderte, zwang ich mich zur Verſtellung, um ſie zu heilen. Ihr Un⸗ wohlſein veranlaßte mich, ſie in meinem Wagen nach Hauſe zu bringen. Bei meiner Rückkehr nach Lugano erfuhr ich, daß ich bleiben darf. Wieder war es ein Zufall, den eine fromme Seele Schickung nennen würde, daß ich Fiammetta noch ſpät in die düſterſte Schwer⸗ muth verſunken vor ihrem Hauſe am Ufer des See's traf. Ich konnte nicht mehr darüber im Zweifel ſein, daß ich mik ihrer Liebe ihr Leben zerſtörte, wie das meine. So begab es ſich. Ich ſchwöre es Ihnen bei meiner Ehre, die mir bisher als höchſtes Gebot galt.

Die Geſtalt des Prieſters hatte unter dieſen Er⸗ öffnungen manchmal leiſe gebebt und milder, aber im⸗ mer noch entſchieden, antwortete er:

Vergeben Sie mein hartes Urtheil über Ihre Perſon. Ich konnte das alles nicht ahnen. An der Hauptſache ändert es jedoch nichts. Sie müſſen den ſchwerſten Kampf über Fiammetta's und Ihr eignes Herz ergehen laſſen um Fiammetta's willen. Ich will Ihnen glauben, daß es Ihnen im Augenblick ernſt iſt mit Ihrer Sehnſucht nach Ruhe; aber Ihr Geiſt hat die Raſtloſigkeit und Zerfahrenheit von Jugend auf eingeſogen und wenn der erſte Rauſch vorüber, wird