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„Setzt Euch, Signor“, ſagte er ernſt, aber in gütigem Tone,„und ſprecht ohne Scheu wie im Beichtſtuhl; ich weiß zu ſchweigen, wenn ich auch kein Prieſter bin.“
„Oh, Ihr ſteht mir höher als der Prieſter“, rief Tempeſta leidenſchaftlich,„Ihr ſeid Menſch und ver⸗ achtet nicht das Elend derer, die kleiner ſind denn Ihr! Ihr habt mehr als Euere Würde— Ihr habt ein Herz!“
„Womit ſoll ich beginnen, um Euch zu ſagen, wie es kam, daß ich ein Mörder ward? Warum kommt der Blitz und fällt die Eiche, die Jahrelang dem Sturm des Winters trotzte? wer ſtürzt den Felsblock von ſeinem tauſendjährigen Lager, daß er Vernichtung in die Tiefe trägt?“
„Ich bin nicht ruhig, nicht ſanft, das wußten die Freunde wohl, die mich Tempeſta nannten, nicht weil ich Stürme malte, ſondern weil der Sturm in meiner Bruſt, wenn er geweckt ward, wild tobte wie der Orkan der die Meeres⸗Wogen in meiner Heimath zu wilder Zerſtörung über den Frieden ihrer Dörfer trieb....
„Ich bin ein Holländer, wie Ihr wißt, aus der alten, feſten Stadt Haarlem; mein Vater war dort Zeich⸗ ner für die Fabriken für Seiden⸗, Silber⸗ und Goldſtoffe


