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Meinung, den Fremden feſſle die künſtleriſche Vollen⸗ dung des Werkes,„es iſt von dem berühmten hollän⸗ diſchen Seemaler Peter Molyn, oder Tempeſta*), wie man ihn in Rom nannte“, fuhr der Graf erklärend fort, als der Fremde unverwandt auf das Gemälde ſtarrte;„der Mann im Boot ſoll ſein eignes Portrait ſein... man ſagt... 2
Plötzlich ſtockte der Graf und ſchaute erregt und
prüfend in das bleiche Geſicht ſeines Gaſtes. Mit
bitterm Lächeln wandte ihm dieſer voll das Antlitz zu.
„Nun, edler Graf“, ſagte er mit zitternder Stimme: „findet Ihr es ähnlich?“
„Wenn mich nicht Alles täuſcht“, rief Donato in heftiger Bewegung,„ſo ſeid Ihr ſelbſt—“
„Tempeſta“, vollendete der Fremde dumpf,„Ihr habt es errathen, Graf. Aber nicht der„berühmte Künſtler, der glückliche, beneidete Maler“, ſondern ein Verfehmter, Flüchtiger— der Mörder ſeines Weibes“, und ſchaudernd preßte er ſeine Hände vor das Geſicht, „ich habe mein Weib gemordet— jetzt liefert mich aus, wenn Ihr wollt.“
Erſchüttert ſchaute der Graf auf den jungen Mann, der in mühſam unterdrückter Aufregung vor ihm ſtand und deſſen düſterer Blick ſich nicht vom Boden
*) Seeſturm.


