15 gemuſtert, wie er ihn über die werthvollen Gemmen und alten Münzen gleiten ließ..
Nur die Skulpturen und die Meiſterwerke der Malerei, die in beſonderen mit Oberlicht verſehenen Räumen aufbewahrt wurden, hatte der Graf ſeinem Gaſt bis dahin noch nicht gezeigt.
Es war an einem hellen, klaren Spätherbſttage, als Donato in das Gemach ſeines Schützlings trat, und ihn aufforderte, die übrigen, ihm noch unbekann⸗ ten Räume ſeines ausgedehnten Pallaſtes mit ihm zu beſichtigen. In höflicher Bereitwilligkeit erhob ſich der Fremde und folgte jetzt ſchon mit ſicheren Schritten ſeinem Führer über Marmortreppen und verzierte Gänge in eins der oberen Stockwerke; dort öffnete der Graf eine hohe dunkle Thür von eingelegtem Holz mit reicher Vergoldung, und wie gebannt blieb der Fremde auf der Schwelle ſtehen.
Es war ein rundes Gemach, das von oben ſein Licht empfing. Wellen von Sonnengold flutheten herab auf purpurrothe Wände und ein roſiger Schein floß
über die marmornen Glieder der herrlichen Geſtalten, welche die größten Meiſter der Bildhauerkunſt im Laufe der Jahrhunderte geſchaffen; und der geläuterte Geſchmack kunſtſinniger Generationen hier verſammelt hatte.


