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„Mein Herr, ich bin auf der Flucht; aber ich bin kein Verbrecher, nur ſehr unglücklich; verlaſſen Sie mich!“ Ueberraſcht ſchaute der Graf den Sprecher, dem die fremde Sprache ſo geläufig und in der Weiſe Ge⸗ bildeter ſprach und doch allem Anſchein nach kein Fran⸗ zoſe war. Lächelnd ſchüttelte er den Kopf:
„Die Borromei ſind keine Häſcher— wer Ihr auch ſein mögt, von mir fürchtet nichts!“
Dann nahm er dem zurückkehrenden Diener die Flaſche ab, und flößte vorſichtig dem Leidenden einige Tropfen feurigen Weines ein; die Wirkung war eine faſt augenblickliche; ein Schimmer von Farbe kehrte auf die Wangen des Mannes zurück, und mühſam verſuchte er ſich aufzurichten..
„Brod“, ſtammelte er und ſah den Diener mit verlangenden Augen an.
„Hunger“, murmelte der Graf,—„ich ahnte es!“
Wieder eilte der Diener und brachte nach längerem Suchen aus einer der Satteltaſchen ein Stückchen
Weißbrod hervor. In den Wein getaucht, wurde es dem Fremden an die Lippen gebracht, und mit faſt erſchreckender Gier aß er das Gebotene.
„Mehr“ flehte er.
„Es iſt nicht mehr vorhanden“, ſagte der Graf,


