Teil eines Werkes 
2. Band (1876)
Entstehung
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Deines Verſtandes und Dein Intereſſe an meinem Wohlergehen Dich zu weit geführt hat. Was gibt Dir das Recht, mich für ſo werthvoll zu halten und Erna gering zu ſchäßen, weil ſie nimmt, was man ihr freudig gibt? Sie weiß ja nicht einmal, was man ihr oft opfert. Was iſt denn auch werthvoll? Man ſagt,

Kohle und Diamant ſeien aus demſelben Stoff... Dennoch iſt der Diamant werthvoll und die Kohle blos nützlich. Laß mich eine gute Kohle ſein, da ich zum Juwel mich nicht eigne.

Ich fürchte, daß es Deinem Scharfſinn auffallen wird, wenn ich gerade heute wieder auf jenen Brief zurückkomme, welcher, als ich ihn empfing, einen ſo gewaltigen Sturm in mir hervorgerufen hat. Ich will Dir nur geſtehen, einen Sturm des Zornes, weil

Dir eine kleine Genugthuung für damals ſchuldig.— Ich weiß nicht, hat die fremde Umgebung meine Au⸗ gen geſchärft, oder habe ich mir bereits etwas von der„geſunden Selbſtſucht“ angeeignet, welche Du mir zu Erna's Wohl ſo ſehr anempfiehlſt— ich fürchte in der That, daß Erna nicht iſt, wie ich um ihrer ſelbſtwillen wünſchte, daß ſie wäre. Sie ſcheint jetzt faſt mit Geringſchätzung auf mich herabzuſehen, weil ich bei Miß Pipe und Pope nicht in derſelben Gunſt

Du ſo wenig Verſtändniß für Erna hatteſt! Ich bin