Teil eines Werkes 
2. Band (1876)
Entstehung
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Das ſchriebſt Du mir vergangenen Sommer, als ich Dir ganz zufällig— und gewiß nicht, um mich

zu beklagen, mittheilte, daß Mama Erna mit auf un⸗

ſer Landgut genommen habe, während ich Onkelchens Hausſtand zu präſidiren hatte. Mehr theilnehmend als gerecht fragteſt Du mich damals, warum denn Erna nicht auch einmal die ſchönſten Sommermonate bei ihrem Papa in der Stadt zubringe... Du lieber Gott! Erna! Daraus ſieht man, daß Du ſie nicht kennſt! Erna iſt eben keines von den gewöhnlichen Weſen, an die man gewöhnliche Anforderungen ſtellt. Die Natur hat nun einmal zweierlei Grundformen: aus der einen gehen diejenigen hervor, welche den an⸗ dern ſchon Freude machen durch ihre bloße Exiſtenz, bei denen man nie fragt, was ſie geben, ſondern zu⸗ frieden iſt, daß ſie ſind.— Du liebe Zeit! Erna auf dem Wäſchboden und in der Küche! Wenn Du ſie ge⸗ nauer kennteſt, täglich beobachtet hätteſt, würdeſt Du ſelber einſehen, daß das eine Ungereimtheit iſt. Wie würden ihre ſüßen kleinen Hände ausſehen bei ſolcher Arbeit! Und ſie kommt immer ſo friſch und roſig vom Lande heim, während meinem alten Küchenteint etwas mehr Qualm nichts mehr ſchadet.

Ich zweifle heute ſo wenig als damals, als Du mir den Brief ſchriebſt, daß die faſt männliche Schärfe