Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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lebend und verheerend zugleich; ihre Augen blitzten, ihre Bruſt hob und ſenkte ſich ungeſtüm, als ſie der

fernen Heimath gedachte und der Bande, denen ſie ſo

glücklich entronnen war, und in ihrer Seele rief es laut: lieber allein ſein! lieber ein ganzes Leben lang einſam ſein!

Da begann der Schloßherr wieder zu ſprechen. Sein Geſicht hatte den kühlen, ablehnenden Ausdruck angenommen, mit dem er Roſe zuerſt einen flüchtigen Augenblick lang gegenüber geſtanden hatte, und in leiſen, leidenſchaftsloſem Tone erzählte er ihr von dem Leben und Treiben ſeiner Vaterſtadt Genf, deren Lichter Roſe allabendlich am gegenüberliegenden See⸗ ufer wie eine goldene Brandung flimmern ſah. Er ſprach von ſeiner Schweſter, und dann von der Mut⸗ ter, und ſeine Züge wurden weich bei ihren Namen. Es ſchien Roſe jedoch, als läge unbewußte Nachſicht und milde Schonung in ſeinen Worten; ſie mochte wohl eine zarte, ſchwache Natur ſein, die von den drei ledigen energiſchen Schweſtern ihres verſtorbenen Mannes mehr als zuträglich beeinflußt ward.— Von ſich ſelber ſprach er nicht mehr.

Roſe ſaß ſchweigend vor dem Schloßherrn; aber ſie hatte jene Art und Weiſe zuzuhören, die oft den Verſchloſſenſten zum Reden veranlaßt. Sie bemerkte