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in neueſter Zeit, als der Sohn einer Jugendfreundin als„gemachter Mann“ in ſeine Vaterſtadt zurückge⸗ kehrt war und ſeine unzweideutigen, vielbeneideten Huldigungen der ſchönen jungen Waiſe zu Füßen legte. Roſe hatte nichts gegen den Mann, als das Eine, daß ſie ihn nicht liebte; ſie hielt feſt an dem„Vor⸗ urtheil junger, unerfahrener Mädchen“, wie die Tante ihr Widerſtreben nannte, das zu einer glücklichen Ehe in erſter Linie gehöre, während doch nach den Er⸗ fahrungen der alten ledigen Dame die ſogenannten Neigungsheirathen die allergefährlichſten und bedenk⸗ lichſten waren.
Noch war eine entſcheidende Antwort nicht von ihr verlangt worden, da ihre Zurückhaltung dem Be⸗ werber keine Annäherung erlaubt hatte. Wie eine Er⸗ löſung begrüßte ſie daher den Vorſchlag des Onkels, ihn in die Schweiz zu begleiten, obſchon ſie wußte, daß er ſie mehr zu ſeiner Bequemlichkeit, als zu ihrem Vergnügen mitnahm, als er, der Aufforderung der Naturforſchergeſellſchaft ſeiner Heimath nachkommend, ſich aufmachte, um die Frühlingsflora der ſüdlichen Cantone zu unterſuchen.
Sie war froh, eine Zeitlang, fern den heimiſchen, oft ſo kleinlichen Einflüſſen, in einer erhabenen Natur ſich ſelber leben zu können, denn der Onkel wußte


