Teil eines Werkes 
1. Band (1876)
Entstehung
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er ſich wieder an Roſe und fragte in ſeltſam ein dringlichem Tone:

„Hat Ihre Tante Sie verheirathen wollen?“

Das war wieder eine ſeiner ſonderbaren, unver⸗ mittelten Fragen, die, gerade wie der Blick ſeiner aus⸗ druckvollen Augen, den Grund ihrer Seele erforſchen zu wollen ſchienen. Wie durfte er ſie, die Unbekannte,

nach ſolchen Dingen fragen? Aber Roſe konnte dem

jungen Mann nicht zürnen, der ihr in der fremdartigen Umgebung, in der ſie ſich befanden, um Mitternacht allein gegenüberſaß ſund in unverhohlener Spannung ihrer Antwort harrte.

„Man ſagt, es ſei dies die Schwäche der meiſten alleinſtehenden Damen“, antwortete ſie nach kurzem Zögern.„Sie möchten ihren Lieben gern ein Glück verſchaffen, das ihnen ſelbſt verſagt oder genommen worden iſt.“

„Halten Sie das Heirathen für ein Glück?“

Roſe antwortete nicht; der junge Mann ging mit ſeinen Fragen doch wohl etwas zu weit Er wartete indeß ihre Antwort gar nicht ab.

„Ich halte eine paſſende Heirath für das größte Glück der Erde“, ſagte er erregt;„aber das iſt es ge⸗ rade, was mir bisher das Leben ſo ſehr verbittert hat, daß man mich durchaus zu einem ſolchen Glück