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aͤhrige Maͤdchen in allen ihr noͤthigen Kenntniſſen, vorzuͤglich aber in den auf Liebe bezuͤglichen Gegen⸗ ſtaͤnden unterrichten ließ, und ſie zu ſeiner Ge⸗ liebten erhob. Bald jedoch ihrer uͤberdruͤſſig, gelang⸗ te ſie durch eine zwiſchen demſelben und Grafen D.. r insgeheim getroffene Uebereinkunft, fuͤr eine Summe von tauſend Dukaten, in den Beſitz des Letz⸗ tern, ohne daß ſie ſelbſt um ihre Zuſtimmung be⸗ fragt worden waͤre. Ein Zufall brachte den Ver⸗ kauf zu ihrer Kenntniß, und aus Gram und Entruͤ⸗ ſtung verfiel ſie, wie man ſich damals allgemein erzaͤhlte, in eine lebensgefaͤhrliche Krankheit, aus der ſelbſt die beruͤhmteſten Aerzte Wiens ein Aufkom⸗ men unmoͤglich erachteten. Das Uebermaaß ſeiner Liebe und der Gedanke, der Sterbenden die letzten Stunden ihres Lebens zu verſuͤßen, bewog den Grafen, den allen Anſchein nach auch der Glaube beſeelte, daß der Tod ſeiner Geliebten unvermeid⸗ lich ſei, ſich mit dieſer noch am Sterbebette insge⸗ heim vermaͤhlen zu laſſen. Wider alles Vermuthen
genas dieſe jedoch, und Graf D..r, hoͤchſt aufge⸗
bracht uͤber die unerbetene Fuͤgung des Schickſals,


