—„Sie koͤnnen noch fragen?“ erwiederte dieſe, „Sie, um deſſentwillen ich die tiefſte Erniedrigung erſt vor wenigen Augenblicken erdulden mußte.“
—„Ihre Worte ſind mir ein Raͤthſel, und ich ſehe um ſo ungeduldiger ſeiner Loͤſung entgegen, als meine graͤnzenloſe Liebe mich Ihren Schmerz dop⸗ pelt empfinden laͤßt,“ entgegnete der Graf.
—„So ſollten Sie jenes Geſpraͤch wirklich nicht vernommen haben, das mich dem allgemeinen Hohne und Spotte zum Ziele dienen ließ?“ erwie⸗ derte dieſelbe.
—„Ich begreife Sie noch immer nicht, Mé⸗ rie. Ihre Worte ſind mir viel zu dunkel, als daß ich ihnen den entfernteſten Sinn und Zuſammenhang zu unterlegen im Stande waͤre,“ ſprach der Graf mit wachſendem Befremden.
—„So hoͤren Sie denn. Man nannte mich— man ſprach— nein, nein ich kann die Worte nicht wiederholen, ich muͤßte vor Schaam, Schmerz und Zorn vergehen!“— rief Merie leidenſchaftlich, und die aufs neue heftig ausbrechende Thraͤnenfluth ließ die fer⸗ nern Worte in einem ſchmerzlichen Schluchzen erſterben.


