Teil eines Werkes 
2. Bändchen
Entstehung
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nen Graf Deir das Zimmer durchmaß, zu einem leiſen, kaum hoͤrharen Gange daͤmpften, waͤhrend ſeine Gefaͤhrtin mit eben ſo wenig verholenem An⸗ muth ſich des geſchmackvollen Ueberwurfes entledig⸗ te, der die blendend weißen Schultern bisher vor dem friſchen Wehen der Fruͤhlingsluͤfte geſchuͤtzt hatte. Schweigend warf ſie ſich nun in die elaſti⸗ ſchen Polſter des eleganten Sophas, und das roſige Antlitz in dem feinen Battiſttuche ſorgfaͤltig bergend, rieſelte der bis itzt nur muͤhſam unterdruͤckte Thraͤ⸗ nenquell nunmehr unaufhaltſam aus dem ſchoͤnen Auge nieder.

Aller Unmuth und Zorn des Grafen war bei dieſem ihm ſo unerklaͤrlichen Auftritte ſpurlos ver⸗ ſchwunden, und nur die zaͤrtlichſte Aufmerkſamkeit ſpiegelte ſich in ſeinem Benehmen, als er, ſich an ihrer Seite niederlaſſend, die verweinten Geſichts⸗ zuͤge von ihrer feinen Huͤlle zu befreien bemuͤhte.

Welcher Auftritt, Mérie? Was iſt Ih⸗ nen begegnet? Was ſollen Ihre Thraͤnen, Ihr Schmerz bedeuten? frug der Graf mit den weich⸗ ſten Toͤnen ſeiner Stimme.

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