Teil eines Werkes 
2. Bändchen
Entstehung
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In einem hohen, weiten Gemache, zu deſſen ſpitzen Bogenfenſtern herauf die heitern Toͤne der militaͤriſchen Muſik erſchallten, und deſſen Thuͤre, von zwei wildausſehenden Chapelgorris bewacht, allen jenen den Eintritt verſchloß, die nicht die Pflicht, oder ein Auftrag des koͤniglichen Feldherrn in das Innere berief, ſchritt Don Carlos mit tiefem Sin⸗ nen auf und nieder. Eine Fuͤlle von Gedanken und Gefuͤhlen beklemmte ſeine Bruſt.

Vor laͤngerer Zeit hatte er den Prinzen von Aſturien der muͤtterlichen Obſorge ſeiner erhabenen Nichte anvertraut.— Gluͤcklich und geſchuͤtzt wußte er beide ſammt der uͤbrigen Familie in Oeſterreich. — Manche in dieſem Zeitraume auf oͤffentlichen und geheimen Wegen eingelangten Nachrichten und Briefe hatten ihm die ſicherſten Beweiſe ihrer ungetruͤbten Wohlfahrt uͤberbracht. Dennoch vermochte dieß alles nicht den Prinzen zu beruhigen, und die bange Sehn⸗ ſucht des vaͤterlichen Herzens zu unterdruͤcken.—

Doch war es nicht die Liebe des Vaters zu ſei⸗ nen Kindern allein; auch noch eine andere gluͤhende Neigung fand in ſeiner Seele Raum.—