feſſeln, ihm ſein Daſein im roſigen Schimmer zei⸗ gen; aber die in ſeinem Innern aufkeimenden Wuͤn⸗ ſche nie befriedigen, ſondern bloß durch die Macht der Gewohnheit betaͤuben.—
Die waltende Vorſehung ließ den Grafen Al⸗ fonſinen finden. Eine gewaͤhlte, ſorgſame Erziehung, ihre zarte Weiblichkeit, und eine namenloſe Liebe zu ihrem Gemahle, boten hinreichenden Erſatz fuͤr den Mangel ſonſtiger Erdenguͤter. Sie waren die reiche Mitgift, die ihr Vater, ein verarmter Edel⸗ mann, ſeinem einzigen Kinde gab. Und in der Fuͤlle dieſes Reichthums waren fuͤnf Jahre, wie eben ſo viele Stunden eilend in dem Borne der
Zeit entſchwunden.—
Wie immer ging es auch heute.—
Mit reizender Anmuth zog Alfonſine den theuern Gatten zu dem erſt vor Kurzem verlaſſenen Ru⸗ heſitze. Von ihren Fragen beſtuͤrmt, mußte der Graf ſeiner Gemahlin die Verrichtungen des heutigen Tages auf das Genaueſte mittheilen. Mit geſpannter Aufmerkſamkeit hingen Alfonſinens Blicke an ſeinem Munde, immer ſchneller verrann die Zeit, und in die


