Teil eines Werkes 
2. Bändchen
Entstehung
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Bald wirbelte in der Ferne eine graue Staub⸗ ſaͤule empor ſie kam immer naͤher. Ein hefti⸗ ger Windſtoß trieb nun die Wolken auseinander, und deutlich erkannte die Graͤfin ihren Gemahl, der auf den Fluͤgeln der Sehnſucht und Liebe mit Windes⸗ ſchnelle daher ſprengt, um ſich von dem mit Schweiß und Staub bedeckten Renner in die offene Arme der ihn freudig entgegeneilenden Gemahlin zu ſtuͤrzen.

Lange hielten ſich Beide zaͤrtlich umſchlungen, und mehr als Gedanken, mehr als ſelbſt Worte auszuſprechen vermoͤgen, lag in ihren liebeglühenden Blicken zu leſen.

Graf Prr war jung, ſchoͤn und reich. Eigen⸗ ſchaften, denen eine glaͤnzende Carriere bevorſtand, Ehre und Wuͤrden, boten dem Grafen lockend die Hand. Aber ſein Herz kannte jenes Gluͤck nicht, das die Welt nur zu oft mit dem erborgten Schim⸗ mer aͤußerer Groͤße taͤuſcht. Sein Gluͤck lag in ſei⸗ nem Innern, in der Fuͤlle eines reichen, trefflichen Gemuͤthes. Ihm galt die unnennbare Seligkeit ei⸗ ner ſtillen, ſich ſelbſt genuͤgenden Liebe mehr, als jene Bande der Convenienz, die den Menſchen