Teil eines Werkes 
2. Bändchen
Entstehung
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ſuͤßen Taͤndeleien ihrer Liebe verſunken, gewahrten ſie erſt ſpaͤt, daß die Sonne laͤngſt untergegangen, und der Himmel mit tiefer Daͤmmerung umzogen ſei.

Eben wollten Beide ihren Sitz verlaſſen, als ſich der Graf zu ſeiner Gemahlin mit den Worten wandte:Wo iſt denn Sidonie? ich habe ſie ja heute noch gar nicht geſehen.

Wie ein Blitzſtrahl aus heiterem Himmel zuck⸗ te bei dieſer Frage ein leiſer Schauer unwillkuͤhr⸗ lich durch Alfonſinens Herz. Mit Schrecken be⸗ merkte ſie erſt itzt, daß ſich Sidonie von ihrer Sei⸗ te verloren habe. Doch ſchnell wieder beruhigt, fuͤhrte ſie ihren Gemahl mit den Worten dem Hauſe zu:Komm, wenn du ſie noch ſehen willſt, ich glaube faſt ſie wird ſchon ſchlafen.

uUm die Kleine nicht in dem erſten, erquicken⸗

den Schlummer zu ſtoͤren, traten Beide behutſam in das Zimmer. Langſam und vorſichtig nahen ſie ſich dem Bettchen; aber wer erfaßt den Schrecken der zaͤrtlichen Eltern, als ſie das Kind in dieſem nicht gewahrten, und die beſtuͤrzte Am⸗ me auf ihre aͤngſtlichen Fragen ihnen die unerwar⸗